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An der Expo haben wir unsere Mensa immer noch nicht zurück. Etwa fünf Monate ist es nun her, dass die Mensa „Große Pause“ aufgrund von nicht vermeidbaren Arbeiten an der Schmutzwasserleitung auf Anweisung des Vermieters geschlossen wurde. Zuerst hieß es, dass das Problem schnellstmöglich behoben werden sollte. Mit den Arbeiten wurde allerdings erst im Laufe des vergangenen Monats begonnen, fast ein halbes Jahr später. Ein Grund sich zu freuen ist die Aufnahme der Arbeiten in der Mensa dennoch- ein Anfang ist gemacht und ein neuer Zeitpunkt für den Wiederbetrieb genannt: Nicht vor Januar 2019. Ob die Mensa ihre Türen tatsächlich gleich im Januar wieder öffnen wird und ob das Verpflegungsangebot bis dahin ausreicht, bleibt fraglich.

Die Hintergründe — Der AStA klärt auf

Das Mensagebäude ist von der Hochschule nur angemietet. Es gehört einer Investitionsfirma, die keinen Bezug zur Expo Plaza und den Studierenden hat. Somit hat der Inhaber die Dringlichkeit einer Verpflegungsmöglichkeit für uns Studierende nicht erkannt. Die Hochschule stellte die Mietzahlungen ein, was die Investitionsfirma unbeeindruckt ließ. Diese verkaufte das Gebäude am 1. August an eine andere Investitionsfirma, die jedoch ebenfalls kein Interesse an einer schnellen Lösung des Problems zu zeigen scheinte. Als eine „schwierige Lage mit nur begrenzten Einflussmöglichkeiten“, hat unser Hochschulpräsident Josef von Helden die Situation gegenüber dem Vorstand des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) bezeichnet. Trotz Bemühungen seitens der Hochschule und des Studentenwerkes um unser Mensagebäude, ist eine zeitnahe Wiedereröffnung der Mensa „Große Pause“ mittlerweile auszuschließen. Dezernatsleiter Gebäudemanagement Heiko Kupsch schrieb in seiner letzten Mail am 25. September an alle Studierenden der Fakultät III, dass „ein Wiederbetrieb vermutlich erst zum Januar 2019 möglich sein wird“. Da uns Studierenden zuerst gesagt wurde, die Arbeiten würden nur einen Monat, dann bis zum Semesterstart andauern und beides nicht eingehalten werden konnte, bleibt nun schlichtweg zu hoffen, dass wir im Januar 2019 wieder in unserer Mensa essen können werden. Selbst wenn der Wiederbetrieb bis Januar klappt, sind es bis dahin immer noch drei Monate. Das Wintersemester 2018/2019 ist gerade gestartet und niemand möchte mit knurrendem Magen im Seminar oder der Vorlesung sitzen.

Interimslösung Foodtruck — Gute Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk 

Der Foodtruck, welches von Mai bis jetzt die Interimslösung unter freiem Himmel darstellte, wird am 10. Oktober witterungsbedingt abgebaut. Verständlich, denn sobald es kälter wird, können wir Studierenden uns nicht mehr vorstellen, in der langen Schlange auf unser Essen am Foodtruck zu warten. Das können wir genau genommen schon jetzt nicht mehr, da das wenig wechselnde Foodtruck-Angebot das der Angebot Mensa nie hat auch nur annäherungsweise ersetzen können. 650 bis 800 Essen wurden laut aktueller Angabe der Pressestelle des Studentenwerks täglich in unserer Mensa ausgegeben. Ein kleiner Foodtruck kann da auf Dauer nicht mithalten. Der Foodtruck war gemeinsam vom Studentenwerk und AStA als Zwischenlösung entwickelt worden. Dass wir mit Beginn des Wintersemesters noch immer auf ihn angewiesen sein würden, hätten wir im April nicht gedacht. 

Die gute Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk ist an dieser Stelle hervorzuheben. Noch bevor der Foodtruck installiert wurde, wurden die Anregungen vom AStA, beispielsweise auch ein vegetarisches und veganes Angebot zu schaffen, ernst genommen und dafür gesorgt, dass die Preise trotzdem studentisch blieben. Geschäftsführer Eberhard Hoffmann kam im Juni auf eine Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) und stellte sich den Fragen der studentischen Vertreter*innen. Er nahm viele Anregungen mit, wie beispielsweise die Sitzmöglichkeiten um den Foodtruck zu erweitern. Wenige Tage später fanden die Studierenden auf zusätzlichen Sitzbänken Platz. Außerdem wurden im „Café Seeblick“ die Preise für Studierende deutlich gesenkt, sodass auch beispielsweise die Pizzen erschwinglich wurden und zumindest für eine Weile ein ausreichendes Mittagessen darstellten. Herr Hoffmann hatte sich die Anregungen aus der StuPa-Sitzung zu Herzen genommen. 

Den AStA erreichen oft Nachfragen, ob nicht der Anteil des Studierendenbeitrags von 95 Euro für den Campus Expo Plaza gesenkt werden könne, da derzeit ja kein ausreichendes Verpflegungsangebot gewährleistet werde. Jedoch ist zu bedenken, dass die Arbeitsverträge und die Kosten für das Studentenwerk weiter laufen, sodass die Senkung des Beitrags für das Studentenwerk keine Lösungsmöglichkeit darstellt. Abschließend helfen würde es uns Studierenden ja auch nicht, denn was wir schlichtweg benötigen, ist eine Alternative für unsere Mensa „Große Pause“. 

Ersatz für unsere Mensa im Winter — Gulaschkanone und Cafeteria-Artikel

Der Foodtruck als Interimslösung wird durch die Verpflegung aus der „Gulaschkanone“ mit wechselnden Eintöpfen abgelöst. Das soll schon bald unseren Hunger stillen. Laut Pressestelle des Studentenwerks gibt es einen Tageseintopf sowie ein Alternativangebot, sodass vor allem auch die Vegetarier*innen satt werden können. Gegessen wird in Zukunft aus Zuckerrohr-Schalen und mit Löffeln aus Maisstärke, sodass weniger und biologisch abbaubarer Müll produziert wird. Dem Hochschulpräsidium und Studentenwerk ist es zumindest gelungen, eine Essensversorgung zu ermöglichen, die nahtlos an den Foodtruck anschließen soll. Dafür wird ab dem 8. Oktober die Werkstatt in der Expo Plaza 2 zu einer Ausgabestelle für die Eintöpfe umgebaut. „Wir konnten eine Not zur Tugend machen. Die Umbauarbeiten der Werkstätten in der EP2 können leider nicht vor Januar 2019 beginnen. Das gibt uns die Gelegenheit, die entsprechenden Räumlichkeiten bis zum Jahreswechsel für die Interimsversorgung zu nutzen“, so unser Hochschulpräsident Herr von Helden. Die Verpflegung aus der „Gulaschkanone“ könne normalerweise laut Rainer Dowidat, dem Abteilungsleiter der Hochschulgastronomie, Tausende von Personen versorgen.

Ein Problem gibt es an der Expo Plaza eher aufgrund des Sitzplatzes. Lediglich für 120 Personen soll es in der Werkstatt Platz zum Essen geben und wer schon einmal in der Werkstatt war, schätzt die Sitzmöglichkeiten wohl eher auf 50 bis 70. Wenn tatsächlich Platz für 120 Personen geschaffen würde, wäre dies im Vergleich zu den sonst 300 Sitzplätzen in unserer Mensa „Große Pause“ immer noch recht wenig. Insgesamt gibt es an der Expo etwa 3000 Studierende, die trotz aufgestockter Sitzbänke um den Foodtruck herum, selbst im Sommer, ihre Mahlzeiten oftmals auch auf dem Boden eingenommen haben. Dazu kommen die Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschulen sowie die Mitarbeitenden der externen, an der Expo Plaza angesiedelten Firmen.

Im herannahenden Winter soll es zusätzlich zur „Gulaschkanone“ in der Teeküche auf der Empore der Expo Plaza 12 Cafeteria-Artikel ähnlich des Angebots im „Café Seeblick“ geben. Eintopf und Brötchen stehen somit für die kommenden drei Monate auf unserem Expo-Ernährungsplan. Ob das ausreicht, wenn wir Studierenden uns von morgens bis abends auf unserem Campus an der Expo Plaza aufhalten, müssen wir sehen. Um die Expo herum gibt es, bis auf Ikea, schließlich kein Restaurant oder Supermärkte, sodass wir voll und ganz auf die Verpflegungsmaßnahmen der Hochschule angewiesen sind. Zu Mittag bei Ikea zu essen, ist für ein studentisches Budget auf Dauer zu teuer und dennoch brauchen wir eine warme Mahlzeit am Tag. Ohne ein gutes Mittagessen ist nicht nur die Stimmung im Keller, es leidet auch die Konzentration und somit die Studienleistung, ganz zu schweigen von unserer Studienqualität.

Gespräche mit dem Hochschulpräsidium — Was ist aus dem Lösungsansatz Deutscher Pavillon geworden? 

In Gesprächen mit dem Hochschulpräsidium haben sich AStA, StuPa und die Fachschaftsräte um Lösungsmöglichkeiten bemüht. Die Teeküche an der Expo Plaza 12 zu öffnen, haben die studentischen Vertreter*innen vorgeschlagen. Unser Hochschulpräsident Josef von Helden hat sein Wort gehalten und die Teeküche geht bald in den Betrieb. Jedoch war im letzten Gespräch mit dem Hochschulpräsidium auch noch der Deutsche Pavillon als mögliche Zwischenlösung auf der Agenda. Der Deutsche Pavillon, der zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde, steht nämlich derzeit frei. Herr von Helden hatte ausgedrückt, dass die Nutzung des Deutschen Pavillons die favorisierte Zwischenlösung sei. „Die Stadt und insbesondere der Oberbürgermeister haben sich sehr konstruktiv gezeigt“, sagte Herr von Helden dem AStA. Schnell hatte es einen Begehungstermin gegeben. Es wurde festgestellt, dass die Küche des Deutschen Pavillons nicht genutzt werden könne, Essen aber möglicherweise angeliefert und die Bestuhlung der Mensa in den Deutschen Pavillon umziehen könne. Die größte Hürde hatte eine Nutzungsgenehmigung dargestellt, deren Ausstellung in der Regel drei bis sechs Monate dauert. Die Hochschule wollte sich deshalb darum bemühen, eine Ausnahmegenehmigungsanfrage an die Stadt Hannover zu stellen, sodass der Deutsche Pavillon eventuell doch zügiger genutzt werden könne. Die Idee unsere Mensa in den Deutschen Pavillon umziehen zu lassen, war ein echter Lichtblick. Endlich sah es so aus, als ob wir in näherer Zukunft wieder ein abwechslungsreiches Angebot genießen könnten und unsere Studienqualität nicht mehr so stark leiden müsste. 

Am 26. September jedoch trafen sich Vertreter*innen des AStA, StuPa sowie der betroffenen Fachschaftsräte mit dem Dekan der Fakultät III Martin Scholz und Studiendekanin Anke Bertram. Aus dem Gespräch ging hervor, dass der Deutsche Pavillon als Alternative nicht mehr angestrebt werde. Im Anschluss an das Gespräch fragte der AStA bei Herrn von Helden nach: Hatte sich der Lichtblick tatsächlich in nur zwei Wochen schon wieder zugezogen? „Die Genehmigung hat sich hingezogen, wir mussten nach anderen Lösungen suchen“, sagte Herr von Helden. Die Bürokratie der Stadt Hannover scheint sich unserer favorisierten Interimslösung in den Weg zu stellen.

Für die drei Monate bis zum geplanten Wiederbetrieb der Mensa „Große Pause“ im Januar 2019 müssen also die Cafeteria-Angebote sowie die „Gulaschkanone“ ausreichen. „Wir brauchen eine Mensa und ein gutes Verpflegungsangebot“, stimmte Martin Scholz den studentischen Vertreter*innen zu. Darüber dass die Zwischenlösung mit dem Deutschen Pavillon verworfen wurde, zeigten sich die studentischen Vertreter*innen gegenüber dem Dekan nicht erfreut. Die Idee wenigstens das Atrium des Expo Plaza 2 als Fläche für Sitzmöglichkeiten zum Essen zu nutzen, wurde im Rahmen des Gesprächs aus zwei Gründen ebenfalls verworfen: Die Brandschutzbestimmungen und die Nutzung des Atriums als Fläche für Veranstaltungen und Präsentationen machen einen Strich durch die Rechnung. Die studentischen Vertreter*innen schlugen ebenfalls vor, dass ein Zelt für die Essensausgabe genutzt werden könnte. Diese Anregung war auch schon im Gespräch mit dem Hochschulpräsidium zwei Wochen vorher aufgekommen. Doch die Nutzung eines Zeltes, welches vor allem im Winter beheizt werden müsse, sei teuer, die Fläche gehöre der Stadt und die Windsituation könne zudem zu Schwierigkeiten führen. „Es besteht die hoffentlich berechtigte Perspektive, dass die Mensa ab Januar 2019 wieder zur Verfügung steht. Dann bräuchten wir tatsächlich keine weitere beziehungsweise andere Interimslösung wie den Deutschen Pavillon“, sagt Herr von Helden. 

Als studentische Vertretung der Hochschule Hannover sehen wir unsere Hochschule in der Pflicht, für eine angemessene Verpflegung zu sorgen. Wir sind gespannt auf die jetzt geplante Interimslösung der „Gulaschkanone“ und das Angebot der Teeküche an der Expo Plaza 12.

Aber dennoch: Wind, Kosten oder aber Genehmigungen sollten kein Hindernis darstellen, wenn es darum geht, die Studienqualität am Campus Expo Plaza zu sichern. Wir fordern, dass sich die Hochschule und die Stadt Hannover, um unsere Situation kümmert, wenn festgestellt werden sollte, dass die „Gulaschkanone“ zusammen mit dem Angebot der Teeküche doch nicht ausreicht. Die Lösungsidee des Umzugs in den Deutschen Pavillons sollte dann nicht verworfen bleiben. Die Idee ein Zelt aufzustellen, kann dann nicht so leicht abgetan werden. 

Um genau an dieser Stelle rechtzeitig handeln zu können, müssen die studentischen Vertreter*innen nun von den betroffenen Studierenden wissen, ob die geplante Essensversorgung zufriedenstellend ist. Der Fachschaftsrat Information und Kommunikation setzt dazu aktuell eine digitale Feedbackmöglichkeit um. Ihr sollt die Möglichkeit haben, eure Meinung zum neuen Essensangebot an der Ausgabestelle unmittelbar an euren Fachschaftsrat weitergeben zu können. Je mehr Rückmeldungen wir von euch bekommen, ein desto genaueres Meinungsbild der Studierendenschaft können wir als eure Vertretung abbilden und in weiteren Gesprächen mit dem Hochschulpräsidium, dem Dekan und den Studiendekaninnen für euch einbringen. 

Wir wissen: Hungrige Studierende sind keine glücklichen Studierenden. Deshalb setzen wir uns für euch ein!

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