Bis zum 15. Juli musst Du Dich für das Wintersemester 20/21 zurückmelden. Der Semesterbeitrag, der bis dahin überwiesen werden soll, ist 20€ höher als der Beitrag für das aktuelle Sommersemester. Im Folgenden erklären wir Dir, wie sich Dein Semesterbeitrag zusammensetzt und weshalb er sich erhöht hat. Seit Monaten ist Dein AStA politisch aktiv, um sich gegen diese Erhöhung einzusetzen. Letztendlich musste ein großer Teil der Protest-Kampagne aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Weshalb 20€ mehr?

Von Deinem Semesterbeitrag gehen insgesamt 115€ (Standort Ahlem 87€) an das Studentenwerk. Die 20€, die mittlerweile mehr gezahlt werden müssen, sind ausschließlich im Bereich Wohnen eingeplant. Also für Neubau, Sanierung und Anmietung von studentischem Wohnraum. In Hannover steigt die Zahl von Studierenden, wodurch auch die Anforderungen an die soziale Infrastruktur steigt. Der Bedarf an studentischem Wohnraum ist in Hannover sehr groß (es gibt nur 2.600 Wohnheimplätze für 48.000 Studierende). Viele der bestehenden Wohnheime sind zudem sanierungsbedürftig. Das Problem ist, dass die Finanzhilfe des Landes Niedersachen für das Studentenwerk Hannover schon seit 2014 komplett stagniert. So ist das Studentenwerk auf höhere Einnahmen von den Studierenden angewiesen.

SOS Studiwerk

Das Bündnis SOS Studiwerk wurde im September 2019 gegründet, um stärkere finanzielle Unterstützung vom Land zu fordern. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel werden Kosten für Sanierung und Neubau auf die Studierenden umgewälzt. Der Minister Björn Thümler versprach ursprünglich ein Sonderprogramm für die Sanierung studentischen Wohnraums, welches allerdings nie in die Tat umgesetzt wurde. Stattdessen war das Studentenwerk dazu gezwungen, einen Wirtschaftsplan zu beschließen, der die Erhöhung der Semestergebühren festlegt. Die Studierenden müssen zunehmend Kosten übernehmen, welche – so protestieren viele ASten – eigentlich das Land übernehmen müsste. Aktuell bezahlst Du in Hannover den höchsten Studentenwerksbeitrag in ganz Deutschland!

Nachdem der neue Wirtschaftsplan am 03. Februar 2020 beschlossen wurde, hat Dein AStA eine Pressemitteilung herausgegeben, welche die ungerechte Entwicklung anprangert. Diese Pressemitteilung findest Du hier. Seitdem gab es eine Petition, um den Forderungen von SOS Studiwerk Druck zu machen. Ungefähr 1.400 Unterschriften wurden von Studierenden der HsH gesammelt. Die beteiligten ASten haben sich sehr über die Unterstützung gefreut, allerdings sind diese Unterschriften gemessen an der Zahl aller Studierenden zu wenige, um damit wirklich etwas zu erreichen. Deshalb hofft Dein AStA in Zukunft weiterhin auf deine verstärkte Unterstützung! Im weiteren Kampagnenplan waren unter anderem Podiumsdiskussionen mit Politikern und zwei Großdemos vorgesehen, die leider auf Grund von Corona ausfallen mussten. Die folgende Grafik zeigt diesen Kampagnenplan, den Dein AStA auch sofort wieder aufnehmen wird, sobald die Situation es zulässt.

So setzt sich Dein Semesterbeitrag zusammen

Wie schon erwähnt gehen 115€ des Beitrags an das Studentenwerk: 55€ davon gelten als Grundbetrag zur Erfüllung der Aufgaben. 43,50€ sind der erhöhte zweckgebundene Anteil für den Bereich Wohnen. 3€ sind für die Sozialberatung, 6,50€ für allgemeine Preissteigerung (insbesondere Personal, Tarifsteigerung, Energie). 7€ sind ein Ausgleich von Kostensteigerungen im Bereich der Hochschulgastronomie. Der Standort Ahlem gilt nicht als vollversorgt, da dieser keine eigene Mensa hat. Dadurch ist auch der Beitrag, der an das Studentenwerk geht, für Studierende am Standort Ahlem niedriger.

Die sonstige Verteilung der Kosten findest Du auch auf der Website der Hochschule oder im Anhang der Mail, die Du am 15. Juni vom Studierendenservice bekommen hast. 75€ sind Verwaltungskosten, die ans Land gehen. 25€ gehen an die Studentenschaft, also an das Studierendenparlament (StuPa), den AStA und die Fachschaftsräte (FSRe). Das Geld wird beispielsweise für die Theaterflat, den Hochschulsport oder die Fahrradwerkstatt benötigt. 138€ kostet momentan das GVH-Ticket. 87,99€ sind für das niedersachsenweite Semesterticket inbegriffen.

Erstattungen durch Corona?

Semesterticket: In diesem Punkt gab es viele Debatten darüber, ob durch Corona Geld für das Semesterticket zurückgezahlt werden kann. Allerdings wurde entgegengehalten, dass das Ticket durchaus genutzt werden konnte, wenn auch teilweise nur beschränkt. Aktuell gehen die Diskussionen in die Richtung, dass sich auf Kulanzen geeinigt werden soll. Diese Kulanzen könnte es zum Beispiel in Form von gesenkten Preisen für kommende Semester geben. Feste Beschlüsse wurden dahingehend allerdings noch nicht gefasst.

Mensen: Viele Wochen konntest Du die Gebäude der Hochschule nicht betreten, auch die Mensen waren geschlossen. Trotzdem ist im Semesterbeitrag weiterhin gleichbleibend viel Geld für die Mensen eingeplant. Um das etwas auszugleichen konnte sich mit dem Studentenwerk darauf geeinigt werden, dass es ab sofort und für den Rest des Semesters 30% Ermäßigung in den Mensen gibt. Allerdings müssen ab dem 29. Juni einige Mensen leider schon wieder schließen. Die 30% Ermäßigung kannst Du trotzdem noch nutzen, zum Beispiel in der Contine (Königsworter Platz 1). Informationen zu allen aktuell geöffneten Mensen findest Du hier. Da das Semester schon bald beendet ist, werden gerade weitere Beschlüsse für das WiSe ausgehandelt. Neue Informationen zu eventuellen Ermäßigungen gibt es ab dem 13. Juli.

Bei Fragen zum Bündnis SOS Studiwerk oder zur Erhöhung des Beitrages allgemein kannst Du Dich gerne an wenden.

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