Der Anteil rauchender Auszubildender liegt in Pflegeberufen etwa 20 Prozent höher als in anderen Ausbildungsberufen. Damit raucht mehr als die Hälfte der Auszubildenden in den Pflegeberufen. Dieser Befund ist Anlass dafür, das wissenschaftlich fundierte Interventionsprogramm „astra – Aktive Stressprävention durch Rauchfreiheit in der Pflege“ umzusetzen und zu verbreiten.

fak5_rauchfrei_pflegenDas astra-Programm wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) gefördert und wurde von mehreren Kooperationspartnern entwickelt. Mit dabei ist das Institut für Therapieforschung (IFT) in München, das Deutsche Netz Rauchfreier Krankenhäuser & Gesundheitseinrichtungen (DNRfK) in Berlin, die Hochschule Esslingen und seit September vergangenen Jahres auch die Hochschule Hannover (HsH). Es besteht aus fünf Modulen mit dem Ziel, das Rauchverhalten in den Pflegeberufen und auch gesundheitlich ungünstige Arbeitsbedingungen bereits während der Ausbildung zu verändern.

Die HsH unterstützt die Rauchfreiheit in der Pflege und hat dies jetzt durch die Unterzeichnung der Initiative durch den Präsidenten Prof. Dr. Josef von Helden und die Dekanin der Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales) Prof. Dr. Dörte Detert deutlich gemacht. Zeitgleich haben auch andere wichtige Akteure des Gesundheitswesens, der Berufsverbände der Pflegewissenschaft und der Krankenkassen die Initiative unterschrieben. Das schon an acht Interventionsschulen erfolgreich erprobte Modellprogramm zur Tabakprävention ist kürzlich von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung als „Projekt des Monats Januar 2016“ ausgezeichnet worden.

Einer der Projektleiter des Kooperationsprojektes ist Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann, der seit dem Wintersemester 2015/16 an der Fakultät V der HsH forscht und lehrt. „Das astra-Programm bietet den Schulen des Gesundheitswesens eine sehr wirkungsvolle Kombination aus Stressprävention und Motivation, mit dem Rauchen aufzuhören. Es beginnt in der theoretischen Ausbildung, die mit einer gesundheitsförderlicheren Gestaltung der praktischen Ausbildung verknüpft wird. So zielen Strategien zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und die Förderung gesundheitsbezogener Kompetenzen auf eine für die Auszubildenden persönlich, beruflich und auch gesellschaftlich wertvolle Rauchfreiheit – das ist uns ein gemeinsames Anliegen in den Pflegeberufen.“ Zugleich bietet das am 13. Januar 2016 im Bundeskabinett beschlossene Pflegeberufegesetz sehr gute Chancen, die Gesundheit der jungen Pflegenden in der beruflichen und zunehmend auch akademischen Bildung zu fördern.