Der Verwaltungsrat spricht sich einstimmig gegen Finanzplan des Studentenwerkes aus


Die Mitglieder des Verwaltungsausschuss des Studentenwerks Hannover haben auf einer Sitzung am 13. Dezember 2019 die Erhöhung der Studentenwerksbeiträge für das Wintersemester 2020/2021 abgelehnt.

„Eine Erhöhung der Beiträge um 20 Euro tragen wir nicht mit“, sagt Carsten Bierbach, der studentische Vertreter im Verwaltungsrat und Sprecher der Studierenden in Hannover. „Das es nötig ist, dass das Studentenwerk seine Einnahmen erhöht, bestreiten wir nicht, wohl aber wer für die erhöhten Einnahmen aufkommen soll.“

Der Sozialbeitrag der Studierenden in Hannover steigt stetig an. Währenddessen stagniert die Finanzierung durch das Land. Dadurch speist sich die Finanzierung des Studentenwerkes zunehmend aus den Studierenden, die eigentlich durch die Leistungen des Studentenwerks unterstützt werden sollen. Die Landesregierung entzieht sich der Verantwortung Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Studieren für alle Gesellschaftsschichten möglich ist.

„Wir wollen damit ein klares Zeichen setzen: Die Landesregierung in Niedersachsen muss sich endlich wieder ihrer sozialen Verantwortung gegenüber Studierenden bewusstwerden und sie finanziell entlasten“, betont Andreas Bathelt, ebenfalls studentischer Vertreter im Verwaltungsrat und Sprecher der zusammengeschlossenen ASten der Leibniz Universität und der Hochschulen Hannover.

In Hannover ist der Anteil der Semesterbeiträge der Studierenden an den Einnahmen des Studentenwerks in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Machten sie 2014 noch 21 Prozent der Einnahmen aus, waren es im vergangenen Jahr schon 27 Prozent. Im Vergleich dazu ist der Anteil der Finanzhilfe von 2014 auf 2018 um zwei Prozentpunkte zurückgegangen, von 13 auf 11. Und das bei steigenden Studierendenzahlen: Waren im Wintersemester 2014/2015 knapp 40.000 Studierende an den Hochschulen der Stadt eingeschrieben, sind es dieses Wintersemester schon über 48.000.

Die studentischen Vertreterinnen Niedersachsens haben sich zum Netzwerk „SOS Studiwerke“ zusammengeschlossen, um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen. Bereits beim landesweiten Protesttag am 29. Oktober 2019 haben die Studierenden Niedersachsens „Nein“ zu einer Erhöhung gesagt. Das Studentenwerk Hannover steht hinter der Aussage der Studierenden und sagt deshalb jetzt „Nein“ zum Wirtschaftsplan! Und damit „Ja“ zum Recht auf Bildung.

Das Netzwerk hat eine Online-Petition initiiert. Unterstützerinnen können sich den Forderungen anschließen auf hier.

Der AStA der Hochschule Hannover vertritt seit der Gründung der Hochschule im Jahre 1971 als Fachhochschule Hannover die Studierendenschaft. Mittlerweile ist der AStA der Hochschule Hannover für rund 10.000 Studierende zuständig. Organisiert in 15 Referate, bearbeiten die 25 Referent*innen im AStA mit unterschiedlichen Themen, wie Beratung, Kommunikation oder Hochschulpolitik. Zu regelmäßigen Büro- und Sitzungszeiten kommen zusätzlich Projekte, die die Referent*innen eigenständig umsetzen.