Der AStA der Hochschule Hannover spricht sich mehrheitlich gegen die Bewerbung des Public Viewings zur WM 2018 von Hochschulsport und Lernpause aus. Diese Entscheidung fiel auf Grund verschiedener kritisch zu bewertender Entwicklungen und Fakten, wie einem steigenden nationalen Wir-Bewusstsein, der Kritik an der FIFA, Russland als Austragungsland und der Erkenntnis, dass die Zeiträume solcher Großevents häufig genutzt werden, um kritikwürdige Gesetzte durchzusetzen.

Alle Jahre wieder
Alle zwei Jahre scheint es Normalität zu sein, dass Nationalflaggen, Deutschland-Trikots und sonstiger Schnick-Schnack hervorgekramt werden… Hauptsache: Schwarz-Rot-Gold. Auch in diesem Jahr wurden wir, der AStA der HsH, vom Hochschulsport, sowie der studentischen Organisation Lernpause gebeten, das von ihnen veranstaltete Public Viewing der Spiele der deutschen Nationalmannschaft zu bewerben.

Keine Werbung für Public Viewing
Wir knüpfen an unsere Entscheidung von vor zwei Jahren, zur EM 2016, an: Der AStA spricht sich per Beschluss seiner Sitzung vom 19.06.18 gegen die Bewerbung dieser und ähnlicher Veranstaltungen zur WM 2018 aus. Die Gründe hierfür sind vielfältig:

1. Sportliche Wettkämpfe fördern bei vielen Menschen das Konkurrenzdenken. Bei Wettkämpfen, wie der WM, bezieht sich dies jedoch auf die Konkurrenz zwischen Nationen. Dieser Konkurrenzgedanke endet häufig nicht auf dem Sportplatz, sondern kann sich auf Stadionränge, vor die Fernseher und schließlich in den Alltag übertragen. Es kann das nationale Wir-Bewusstsein verstärken und die Abwertung anderer Gruppen fördern.

2. Die FIFA, als austragender Dachverband, fällt immer wieder durch Korruptionsskandale, das Schmieren von Entscheidungsträger*innen und das Beeinflussen von Wahlen auf. Hinzu kommt die (Mit-) Schuld am Tod tausender Menschen bei Arbeiten auf den Stadion-Baustellen: Menschenrechte werden missachtet – Ausbeutung, Zwangsarbeit und Behausungen ohne Wasser, Strom und sanitäre Anlagen.

3. Russland wurde von der Fifa als Austragungsland ausgewählt. Die FIFA, die sich gerne weltoffen zeigt und sich offiziell für Vielfalt und Toleranz einsetzt, wählt somit ein Land, in dem Homosexualität noch immer geächtet wird und diskriminierende, homophobe Gesetze erlassen werden. Dies führte zuletzt dazu, dass Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte angeklagt und das Gesetz zum „Verbot von Homosexuellen-Propaganda“ von diesem verurteilt wurde.

4. Und wie praktisch es doch ist, wenn die Aufmerksamkeit des ganzen Landes auf ein solches Großevent gerichtet ist: So ließen sich in der Vergangenheit, ohne großes Aufsehen, die Mehrwertsteuer und Krankenkassenbeiträge erhöhen und fast wäre der Handel zwischen Behörden und Adresshändler*innen genehmigt worden. Während der WM 2018 hat sich der Rechtsausschuss des EU-Parlaments für den Gesetzesentwurf zu Upload-Filtern ausgesprochen, durch den Algorithmen zukünftig entscheiden sollen, welche Inhalte auf Websites landen. Was uns sonst noch so erwartet? Lassen wir uns überraschen.

Und für die Zukunft…
Diese Zusammenfassung ist lediglich ein Einblick in unsere Gedanken. Hierbei handelt es sich um eine sehr verkürzte Kritik, keinesfalls um eine vollständige Aufzählung. Dir gehen vielleicht ganz andere Dinge durch den Kopf. Sieh es als Denkanstoß in vielerlei Hinsicht, hinterfrag Dich selbst, sowie Dein Umfeld und halt die Augen offen!

Quellen und weitere Informationen zu den aufgezeigten Kritikpunkten findest Du hier:

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