Sanierungsmaßnahmen verlaufen schleppend…oder etwa gar nicht?

Am Mittwochvormittag betraten nach langer Zeit erstmals wieder Studierende die Mensa „Große Pause“. Seit April sehnen wir Studierenden uns nach einem Mittagessen in unserer alten Mensa. Auch am Mittwoch gab es allerdings kein Essen. Tatsächlich war die Mensa von innen kaum wiederzuerkennen: Sämtliche Schilder und Theken sind mit dunkelgrauer Folie abgeklebt. Stühle und Tische sind aufeinander gestapelt. Der Boden ist an einigen Stellen aufgerissen. Die Kabelschächte sind freigelegt. Dazu ist es still in der Mensa „Große Pause“: Keine mittagessenden, sich unterhaltenden Studierenden sind anzutreffen, schon seit nun neun Monaten nicht. Anzutreffen sind aber auch keine Bauarbeitenden. 

Nichts los in der Mensa – auch keine Bauarbeiten! Foto: Christopher Haar

Die Sanierungsmaßnahmen in der Mensa „Große Pause“ gehen nur schleppend voran. Bei dem Vororttermin am vergangenen Mittwoch konnte HsH-Präsident Josef von Helden zusammen mit Jan Bruns, dem Vizepräsidenten der Musikhochschule, dem HsH-Gebäudedezerneten Heiko Kupsch, sowie Vertretern des Studentenwerks und studentischen Vertreter*innen erstmalig die Mitarbeiterin der Verwaltungsfirma Treureal GmbH, Kathrin Otto, mit Fragen zum Sanierungsfortschritt konfrontieren. 

Herrn von Helden lag vor allem am Herzen gegenüber der Verwaltungsfirma zu verdeutlichen, dass es sich bei der Mensa-Immobilie nicht um eine normale Immobilie handele: „Darunter, dass das Gebäude schon so lange saniert wird, leiden derzeit rund 3000 Studierende“, sagte er. Der derzeitige Zustand sei untragbar für die Studierenden. Herr von Helden drückte aus, dass er sich einen verbindlichen Termin zum Sanierungsabschluss und damit für die Wiedereröffnung wünsche. 

Die Mitarbeiterin der Verwaltungsfirma erklärte, dass sich der Schaden schnell als größer als zunächst gedacht herausgestellt habe. Aus diesem Grund konnte der ursprüngliche Termin zur Wiedereröffnung im September nicht getroffen werden. In sämtlichen Schächten seien Fette gefunden worden. Der Mensaboden musste dann aufgeschnitten werden, sodass die Schächte im Rahmen einer chemischen Reinigung gesäubert werden konnten. Der Schaden insgesamt belaufe sich auf rund 2,5 Millionen Euro. „Beim Bau der Gebäude zu Zeiten der Expo musste es schnell gehen, dass bekommen wir jetzt zu spüren“, sagte Kathrin Otto. Das erkläre, dass, um die heutigen Gebäudestandards zu treffen, viele zusätzliche Arbeiten auf die Bauarbeitenden zukämen wie beispielsweise das Nachholen von sämtlichen Abdichtungen. Ein Problem sei auch, dass es schwierig sei Handwerker zu finden, die den Auftrag direkt umsetzen könnten. Noch dazu müssten immer wieder Absprachen mit der Versicherung getroffen werden, um sicherzustellen, dass diese die Kosten für den Eigentümer des Gebäudes übernehme. Selbst Geld in die Hand zu nehmen, scheint dieser wohl zu vermeiden.

Diese Schächte müssen wieder geschlossen werden, am besten vor Weihnachten. Foto: Christopher Haar

Herr von Helden hakte mehrmals nach, ob es irgendwie möglich sei eine Beschleunigung zu erzielen, um einen Wiederbetrieb spätestens zum Sommersemester 2019 zu ermöglichen. Nachdem den Studierenden zunächst der September 2018, dann der Januar 2019 als Wiedereröffnungsmonat kommuniziert wurde, soll es nun zumindest der März 2019 sein. Das ist aber nur möglich, wenn noch vor Weihnachten die Böden in der Mensa geschlossen werden. Dafür muss Beton gegossen werden, welcher die Schächte schließt. Dieser könnte dann über Weihnachten aushärten, sodass im Januar der Boden in der Mensa neu verlegt werden kann. Erst wenn der Beton trocken ist, kann auch der WC-Umkleidebereich in der Mensa wieder aufgebaut werden. Dieser Zeitplan kann nur gehalten werden, wenn der etwas teurere Beton genutzt würde, der schneller trocknet. Das wäre mit Mehrkosten von etwa zehn Euro pro Quadratmeter verbunden. Wird der herkömmliche Beton genutzt, braucht es eine Trockenzeit von 28 Tagen. Das wäre ein weiterer Monat Wartezeit für uns rund 3000 Studierenden an der Expo Plaza.
Für Eberhard Hoffmann, Geschäftsführer des Studentenwerks, wäre das nicht akzeptabel. Er drängte darauf, dass die Sanierungsmaßnahmen bis spätestens Ende Januar abgeschlossen sein sollten, sodass das Studentenwerk den Februar für Reinstallationen und Reinungsarbeiten nutzen könne. „Unsere Geräte sind jetzt seit fast einem Jahr unbenutzt. Wir brauchen rund drei Wochen, um alles zu überprüfen und nach Gesundheitsstandards zu reinigen“, sagte Hoffmann. Auch am Wochenende wolle das Studentenwerk Arbeiten durchführen, sobald die Sanierungsarbeiten abgeschlossen seien. Das Studentenwerk wolle mit den Wochenenarbeiten keine Mühe scheuen, um einen Wiederbetrieb zum Sommersemester 2019 zu ermöglichen. 

Einen verbindlichen Termin wollte Kathrin Otto trotzdem nicht nennen. Der Verlauf der Mensa Sanierung habe bisher gezeigt, dass es immer wieder zu weiteren Komplikationen kommen könne. 

Die anwesenden Studierenden des AStA und des FSR-DM und auch Hochschulpräsidium und Studentenwerk fragten sich allerdings, weshalb oftmals keine Bauarbeiter an Wochentagen in der Mensa gesichtet werden könnten. Auch am Mittwoch während der Mensabegehung wurde schließlich nicht gearbeitet. Dazu konnte Kathrin Otto nur sagen, dass die beauftragten Firmen jeweils noch weitere Aufträge hätten und deshalb nicht ausschließlich in der Mensa arbeiteten. 

Zwei Tage später, am Freitag trafen sich Eberhard Hoffmann, Sophie Peschke vom AStA-Vorstand und Tom Wesse vom FSR-DM noch einmal in der Mensa. Alle drei hatten stark gehofft, dass die Mensabegehung mit Herrn von Helden und den weiteren Vertreter*innen am Mittwoch, die Beschleunigung der Sanierungsmaßnahmen hätte erzielen können. Allerdings fanden Hoffmann, Peschke und Wesse die Mensa am Freitag genauso vor wie am Mittwoch. Es war auch an diesen zwei Tagen wieder nichts passiert. Wieder waren keine Bauarbeitenden anzutreffen. Nun gibt es kurz vor Weihnachten noch einen Mensabegehungstermin mit den selben Vertreter*innen wie am vergangenen Mittwoch. Auch Kathrin Otto von der Treureal GmbH wird wieder dabei sein. Wenn dann noch immer nichts passiert ist, wird sie Rede und Antwort stehen müssen. Wenn dann immer noch nichts passiert ist, heißt das für die Studierenden aber auch, dass mit dem Wiederbetrieb der Mensa gegebenenfalls sogar erst zu April 2019 gerechnet werden muss.

Auch die Hannoversche Presse berichtet! Mehr zum Thema liest Du unter folgenden Links:
BILD: „Wann gibt’s hier wieder Studentenfutter?“
HAZ : „Neun Monate Eintopf: Posse um Hochschul-Mensa geht weiter“
Neue Presse: „Expo-Plaza: Hochschulmensa hat noch immer Pause“

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