Studieren in Hannover wird immer teurer. Aus wirtschaftlichen Gründen werden steigende Kosten auf die Studierenden abgewälzt, denn Sanierungsmittel vom Land wird es auch weiterhin nicht geben. Stattdessen steigen die Semesterbeiträge, wie im gestern beschlossenen Wirtschaftsplan festgelegt.

Nach der letzten Sitzung des Verwaltungsrates des Studentenwerkes Hannover am 13.12.19, hat die Politik nicht gehandelt. In Folge dessen war der Verwaltungsrat auf der gestrigen Sitzung am 03.02.20 dazu genötigt, die Beiträge zum Wintersemester 20/21 um 20€ zu erhöhen auf insgesamt 115€. Damit steigt der gesamte Semesterbeitrag auf 429€ und erreicht damit fast die Höhe der „abgeschafften“ Studiengebühren.

Ursprünglich wurde der Wirtschaftsplan vom Verwaltungsrat abgelehnt. Das war ein Hilferuf aller Studierenden an die Landesregierung. Die erhoffte finanzielle Hilfe durch das von Minister Björn Thümler  versprochene Sonderprogramm für die Sanierung studentischen Wohnraums, blieb aus. Dieses finanzielle Loch muss jetzt mit dem Geld der Studierenden gestopft werden – Geld, das die Studierenden nicht haben. Die Politik raubt somit einem Teil der Bevölkerung ihr Grundrecht auf Bildung.

Auf der Website des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur beglückwünscht der zuständige Minister Thümler die neuen Studierenden und heißt diese in Niedersachen willkommen.

Willkommen im teuersten Studienort Deutschlands! Nur vier Studentenwerke in Deutschland erheben einen Beitrag von mehr als 100€ – drei davon in Niedersachsen. 106€ in Ost-Niedersachsen, 107€ in Göttingen und ab dem nächsten Wintersemester 115€ in Hannover.

Willkommen in der Stadt mit nur 6,2% studentischem Wohnraum. Diese Zahl liegt weit unter Landes- und Bundesdurchschnitt. Hier stehen nur 2.600 Wohnheimplätze für 48.000 Studierende zur Verfügung. Auf der aktuellen Warteliste stehen 1.305 Studierende, die keinen Platz im Wohnheim erhalten haben.

Willkommen in Hannover, wo Studierende in Zukunft 43,50€ ihres Semesterbeitrags für Baumaßnahmen und Sanierung zahlen müssen. Da sich die Regierung seit 2013 kontinuierlich aus ihrer sozialen Verantwortung zieht, lässt der Blick in die Zukunft weitere Kosten für die Studierenden vermuten.

Für einen Erhalt des Studienortes Niedersachsen/Hannover fordern wir, der AStA der Hochschule Hannover:

Eine sofortige Erhöhung des Landeszuschusses für Studentenwerke um 25% und eine automatische, jährliche Erhöhung um 3%, um den steigenden Lohnkosten entgegenzuwirken.

Die Auflage eines substantiellen Sonderprogramms zur Sanierung der Wohnheime, wie von Minister Thümler Ende 2017 angekündigt.

Die Entlastung der Studierenden durch eine deutliche Senkung der Beiträge und die Rückkehr zu einer fairen Finanzierung der Studentenwerke in Niedersachsen.

Um diesen Forderungen Druck zu machen, hat das Bündnis SOS Studiwerk eine Petition gestartet. Zur Unterstützung kann diese unterzeichnet werden, damit der Landesregierung ihre soziale Verantwortung gegenüber den Studierenden wieder bewusst wird.

Pressemitteilung des AStA der Hochschule Hannover und der studentischen Vertreter aller Hochschulen Hannovers unter Vorsitz von Casten Bierbach.