Seit dem 2. November 2020 gelten neue Einschränkungen bezüglich der Corona-Pandemie. Ohne finanzielle Hilfestellungen bergen diese Maßnahmen das enorme Risiko einer weiteren finanziellen Krise für Studierende. Der AStA der Hochschule Hannover fordert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) dazu auf, die Zugangskriterien der erneuerten Überbrückungshilfe auszuweiten, die Überschüsse des BAföG aus dem Haushaltsjahr 2019 in dieses Hilfsangebot zu überführen und die weitere Zinsfreiheit der KfW-Kredite zu gewährleisten.

Aktuell steigen die Infektionszahlen in Deutschland wieder stark an. Dadurch wurden neue Maßnahmen von Bund und Ländern notwendig. Die Maßnahmen enthalten unter anderem auch eine weitgehende Schließung von gastronomischen und kulturellen Einrichtungen. Diese sind klassische Arbeitsplätze für die insgesamt 1,82 Mio. Studierenden, von denen 67% einer Nebentätigkeit nachkommen, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Gleichzeitig sorgt die pandemiebedingte, wirtschaftliche Situation dafür, dass auch Saisonarbeit während der vorlesungsfreien Zeit ausfällt. Damit fällt wieder und weiter die Lebensgrundlage für viele Studierende weg.

Studierende sind ohnehin von struktureller Armut bedroht. Aus diesem Grund waren viele vor der Pandemie nicht in der Lage sich ein finanzielles Polster aufzubauen, aus welchem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten. Auch der Anspruch auf Arbeitslosengeld sowie Kurzarbeitergeld existiert für Studierende in der Regel nicht. Damit haben viele Studierende in der aktuellen Situation keine Mittel, um ihr Studium zu finanzieren und sind im schlimmsten Fall dazu gezwungen ihr Studium abzubrechen.

Deshalb brauchen die Studierenden jetzt Mittel, um während der kommenden, von Einschränkungen geprägten, Zeit nicht tiefer in die finanzielle Notlage zu geraten. „Konkret geht es uns darum die Überbrückungshilfe an die Lebensrealität anzupassen, die Überschüsse des BAföGs aus dem Haushaltsjahr 2019 in die Überbrückungshilfe zu übertragen und die Zinsfreiheit der KfW-Kredite zu verlängern“, erklärt der Referent für Hochschulpolitik Lennart Patzschke.

Auch die neue Überbrückungshilfe setzt voraus, dass die Studierenden ihren Job durch die Pandemie verloren haben und nicht schon zuvor in einer prekären Lage waren. Der AStA fordert daher die Anpassung dieser Kriterien, sodass eine Berechtigung für alle Studierenden in dieser Notlage geschaffen wird. So sollen auch Studierende in struktureller Armut und solche, die zu Beginn der Pandemie keinen Arbeitsplatz hatten die Nothilfe erhalten können. Durch das Überführen des BAföG-Überschusses aus dem Jahr 2019 in die neuen Überbrückungshilfen ließe sich deren Finanzierung sicherstellen. Die BAföG-Mittel sind ohnehin für die Studierenden vorgesehen und werden jetzt dringend benötigt.

Des Weiteren muss die Zinsfreiheit der KfW-Kredite verlängert werden. Aktuell läuft die Zinsfreiheit dieser Kredite im April 2021 aus. Studierende, die bisher keinen Zugang zu Nothilfen hatten, mussten teilweise KfW-Kredite aufnehmen, um ihr Studium fortsetzen zu können. Ohne eine Verlängerung der Zinsfreiheit stehen die Studierenden einer späteren Überschuldung entgegen, welche das weitere Leben schwer belasten wird und sie im schlimmsten Fall zum Studienabbruch zwingt. Diese Maßnahmen würden sicherstellen, dass Studierende den Lockdown überstehen und ihr Studium fortsetzen können.

Die Pressemitteilung findest Du hier als PDF mit weiterführenden Informationen. Für Rückfragen steht Dir unser Referent für Hochschulpolitik per Mail unter zur Verfügung.

ASta der Hochschule Hannover