Pressemitteilung des AStA der Hochschule Hannover vom 21. Juli 2021

Die Produktionsmensa des Studentenwerks in Hannover ist stark sanierungsbedürftig und dadurch von Versorgungsausfällen bedroht. Die Kosten für eine dringend nötige Auslagerung müssen vom Land Niedersachsen mitgetragen werden. Ansonsten droht den Studierenden bald ein Semesterbeitrag von über 500 Euro.

Die sechs Mensen und neun Cafeterien, mit denen das Studentenwerk Hannover rund 47.000 Studierende versorgt, sind allesamt abhängig von der großen Produktionsküche der Hauptmensa. Diese Hauptmensa ist nun 40 Jahre alt geworden. Mittlerweile ist das Gebäude so sanierungsbedürftig, dass das Ausfallrisiko der Produktionsküche hoch ist. Sollte es so weit kommen, hätte das den Ausfall der Verpflegung aller hannoverschen Hochschulen zur Folge. Um einen Versorgungsausfall zu verhindern, muss die Produktionsküche ausgelagert werden. Die Kosten dafür dürfen allerdings nicht an einem steigenden Semesterbeitrag hängenbleiben, sondern müssen vom Land rechtzeitig eingeplant werden.

Wenn die Unterstützung des Landes ausbleibt, müssen die Kosten weiter auf den Schultern der Studierenden getragen werden. Mit 115 Euro hat Hannover jetzt schon den deutschlandweit höchsten Studentenwerksbeitrag in den Semestergebühren. Bereits jetzt finanzieren 50 Euro davon die Sanierung der Wohnheime – ein Gesamtvolumen von etwa 20 Millionen Euro. Sollte das Land weiterhin keine finanziellen Mittel breitstellen, könnte der Semesterbeitrag bald 500 Euro übersteigen. Studierende mit Mini-Job müssten dann mehr als ein ganzes Monatsgehalt nur für die Semestergebühren aufbringen. Hier entstehen Barrieren für ein erfolgreiches Studium, die ursprünglich durch die Abschaffung der Semestergebühren 2014 beseitigt werden sollten.

Seit Jahren weisen das Studentenwerk und die Studierenden auf die bau- und betriebstechnischen Missstände der Hauptmensa hin. Die Verpflegung, die durch die von der Hauptmensa versorgten Mensen und Cafeterien sichergestellt wird, ist für viele Studierende eine wichtige Grundlage, um sich eine ausgewogene Ernährung finanziell leisten zu können.

Die Produktionsküche in der Hauptmensa einfach zu sanieren, kommt als Lösung nicht in Frage. Zum einen bestehen im Gebäude erhebliche Höhenunterschiede, die einen effizienten Betriebsablauf unmöglich machen und an denen auch eine Sanierung nichts ändern würde. Zum anderen würde bei einer Sanierung der Hauptmensa die Produktionsküche für mindestens zweieinhalb Jahre ausfallen. In dieser Zeit wäre eine kostenintensive Interimsversorgung nötig, wie es das Niedersächsische Hochschulgesetz §68 Absatz 2 für Studentenwerke festsetzt. Letztendlich ist sogar fraglich, ob die Produktionsküche in der Hauptmensa selbst nach einer Sanierung weiterhin bestehen könnte. Denn dafür wäre eine EU-Zertifizierung für Hygienestandards notwendig, die erst nach der Sanierung erfolgen würde und besonders wegen des vorherrschenden Platzmangels möglicherweise nicht erteilt werden könnte.

Lagert man die Produktionsküche stattdessen aus, ist eine verlässliche Versorgung aller Mensen und Cafeterien sichergestellt. Die Produktionsküche wäre dann unabhängig von der sanierungsbedürftigen Hauptmensa und die Versorgung nicht mehr von Problemen des alten Gebäudes bedroht.

47.000 Studierende brauchen in Hannover die Sicherheit, dass der Zugang zu bezahlbaren Mahlzeiten gewährleistet bleibt und dass keine Sanierungskosten auf sie abgewälzt werden. Dafür müssen die Auslagerung der Produktionsküche sowie die Sanierung der Hauptmensa im Landeshaushalt 2022/2023 berücksichtigt werden.

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